Chatberatung – ein neuer, unkomplizierter Zugang zur Opferhilfe

Auch in der Opferberatung werden neue Kommunikationswege immer wichtiger. Die Beratung mittels E-Mail, Whatsapp oder anderen Textnachrichten wird heute schon angeboten. Was bisher gefehlt hat, ist ein Zugang zu einer synchronen Chatberatung. Sie ist für viele Menschen niederschwelliger, garantiert mehr Anonymität und spricht gerade die jüngere Generation an.

Das Betreiben einer Chatberatung ist finanziell und personell sehr aufwändig. Eine Opferberatungsstelle allein kann die dafür nötigen Mittel nicht aufbringen. Aus diesem Grund haben sich sieben Beratungsstellen, welche die Opferberatung für elf Deutschschweizer Kantone anbieten, zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Plattform für die Chatberatung zu betreiben. Dazu gehören neben der Opferhilfe beider Basel auch die Opferberatungen oder -hilfen Aargau, Bern, Luzern, St. Gallen, Appenzell IR und AR, Thurgau und Zürich.

Am 1. Januar 2023 nimmt die interkantonale Chatberatung ihren Betrieb auf. Sie bietet eine polyvalente Opferberatung im Rahmen des Opferhilfegesetzes (OHG) an, das heisst zu allen Themen rund um Gewalt und Straftaten, und steht während der Bürozeiten zur Verfügung. Die beteiligten Beratungsstellen decken die Präsenzzeiten prozentual zur repräsentierten Bevölkerung ab. Gewaltbetroffenen in den beiden Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft wird somit ein weiterer Zugang zu einer professionellen Opferberatung ermöglicht.

Das Projekt läuft in dieser Form bis Ende 2024. In den Jahren 2023 und 2024 werden die Erfahrungen systematisch ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse fliessen ins Projekt ein und werden auch genutzt, um das künftige Angebot zu optimieren. Die Opferhilfe beider Basel ist im Projektleitungsteam vertreten und arbeitet massgeblich an der Umsetzung mit.

Konzept, Implementierung:
Damian Trötschler