Was sich durch den 24/7-Betrieb in der Opferberatung ändert

Die 24/7-Erreichbarkeit der Opferhilfe führt auf der Geschäftsstelle zu einigen Veränderungen. Die Dargebotene Hand wird die Abend- und Nachteinsätze sowie die Wochenenden abdecken. Die Opferhilfe beider Basel betreut alle Anrufe zwischen 8 und 18 Uhr werktags. Dabei stellen sich für die Opferhilfe auch inhaltliche und organisatorischen Herausforderungen.

Wenn die Opferhilfe beider Basel ab dem 1. November rund um die Uhr erreichbar sein wird, bedeutet dies für die Menschen in der Region eine deutliche Verbesserung. Dazu wird es vorerst keine neue Nummer geben. Die Hauptnummer der Opferhilfe wird einfach auch in der Nacht und an den Wochenenden bedient. Dies ermöglicht den Anrufenden eine niederschwellige Kontaktnahme.

Wer die Opferhilfe ausserhalb der Bürozeiten anruft, soll eine erste Basisberatung zu Opferfragen und -themen erhalten. Es liegt in der Verantwortung der Opferhilfe, dass die Freiwilligen der Dargebotenen Hand über ausreichend Informationen und Kenntnisse verfügen, um diese Basisberatung kompetent anbieten.

Klare Abläufe
Menschen, die in der Nacht oder am Wochenende Unterstützung benötigen, können sofort aufgefangen werden. Das bedeutet, dass sie sich verstanden sowie gestärkt fühlen. Die Freiwilligen haben zudem die Aufgabe, die anrufende Person an die Opferhilfe weiterzuvermitteln. Der Prozess, wie die Anrufe an die Opferhilfe übergeben werden, ist definiert. So wird die betroffene Person am nächsten Werktag durch Fachleute der Opferhilfe kontaktiert, zu einem Beratungsgespräch eingeladen und im Sinne der Opferhilfe beraten und falls nötig auch finanziell unterstützt.

Damit die Qualität der Arbeit der Freiwilligen stimmt, muss diese Zusammenarbeit eingeübt und abgestimmt werden. Anrufende sollen Vertrauen aufbauen können. Das verlangt, dass die Dienstleistung auch ausserhalb der Bürozeiten als eine Einheit wahrgenommen wird: Basisberatung bei der Dargebotenen Hand, Erstberatung und Folgeberatung bei der Opferhilfe. Voraussetzung dafür sind effiziente Schnittstellen zwischen der Dargebotenen Hand und der Opferhilfe.

Weitervermittlung in Notfallsituationen
Es kommt auch vor, dass Menschen in einer Notfallsituation anrufen. Dann muss am Telefon schnell entschieden werden. In diesem Fällen – immer mit Zustimmung der anrufenden Person – wird der Anruf an eine Notfallinstitution oder Schutzunterkunft weitervermittelt. Solche Akutsituationen sind eine neue Dienstleistung, denn die Opferhilfe war bis anhin grundsätzlich keine Akut-Anlaufstelle. Menschen, die sich in der Not nicht getrauen, einer Blaulichtorganisation anzurufen, können so aufgefangen werden.

Schulung, Coaching, Controlling

Die Zusammenarbeit mit der Dargebotenen Hand wird in den ersten Monaten sehr intensiv sein. Es geht dabei um Schulung, Begleitung, Coaching und Controlling. Dies ist ein sehr spannender Prozess. Wichtig aus Sicht der Opferhilfe ist, dass sich die Freiwilligen sicher und bereit fühlen, die Anrufe entgegenzunehmen. Sie können dabei auf ihre Erfahrung zählen: Sie sind sehr kompetent im Zuhören, Beruhigen und Stabilisieren. Diese Fähigkeiten sind auch bei den Anrufen zu Opferthemen zentral. Die Opferhilfe schätzt die Zusammenarbeit mit der Dargebotenen Hand sehr. Der Start dieser Zusammenarbeit ist geglückt. Gemeinsam etwas Neues lernen, gemeinsam einen unbekannten Weg gehen, gemeinsam sinnvolle Arbeit leisten: Das motiviert und stärkt.

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NEU: 24/7

In der Nacht und am Wochenende wird die Nummer von der Dargebotenen Hand beider Basel bedient.

Die Dargebotene Hand übernimmt dabei die Basisberatung und leitet bei Bedarf in den Tagdienst der Opferhilfe für die Beratung weiter.

Die Opferhilfe beider Basel ist 24/7 erreichbar
Tel: +41 61 205 09 10

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