Seit dem 1. November 2025 können Opfer von Gewalt die Opferhilfe beider Basel während 24 Stunden pro Tag an 7 Tagen die Woche telefonisch erreichen. Dies ist möglich, weil die Dargebotene Hand beider Basel die Nacht- und Wochenendschichten übernimmt. Die Zeit bis zum 1. Mai wurde und wird laufend genutzt, um alle sowohl inhaltlich, organisatorisch wie technisch auf die neue Nummer 142 vorzubereiten, die dann als nationale Opferhilfe-Nummer aufgeschaltet wird.
Vorbereitung seit dem ESC
Die Dargebotene Hand, mit der Nummer 143 die Anlaufstelle für emotionale Erste Hilfe, wird von Freiwilligen betreut. Seit dem ESC in Basel, an dem erstmals eine Opferhilfenummer im 24/7-Betrieb zugänglich war, laufen für die Freiwilligen die Vorbereitung zur Einführung der Nummer 142. Der Grossevent bot die ideale Gelegenheit, damit sich die Teams von Opferhilfe und Dargebotener Hand kennenlernen und die Arbeitsweisen verstehen konnten. So wurden die Anrufe der ESC-Helpline – von Mitarbeitenden der Opferhilfe – in den Räumlichkeiten der Dargebotenen Hand entgegengenommen. Im Austausch zeigte sich, dass sich bereits bisher zahlreiche gewaltbetroffene Menschen an die 143 gewandt hatten. Die Freiwilligen sind dabei mit den unterschiedlichsten Anliegen aller Schweregrade konfrontiert.
Ab August 2025 fanden spezifische Einführungsschulungen für die Freiwilligen statt. Dabei wurde opferrelevantes Basiswissen vermittelt und die je nach Bedürfnissen und Anliegen der anrufenden Personen unterschiedlichen Abläufe wurden durchgespielt. Auch hier zeigte sich das grosse Vorwissen der Freiwilligen, auf dem aufgebaut werden konnte. Seither wurden vier aufeinander abgestimmte Workshops durchgeführt, die jeweils von gut 40 Freiwilligen der Dargebotenen Hand besucht wurden. In diesen Schulungen wurde stets auch die in den Telefonaten erlebten Situationen verarbeitet.
Von der Nummer 144 lernen
Am 7. März fand nun zum Abschluss der Vorbereitungs- und Einführungsphase eine ganztägige Weiterbildungsretraite für die Freiwilligen auf der Geschäftsstelle der Opferhilfe beider Basel statt. Neben opferrelevanten Weiterbildungsthemen zu Kindern und Jugendlichen am Telefon, psychischer Gewalt, Gewaltspiralen und Strafverfahren besuchten alle Teilnehmenden in zwei Gruppen die Einsatzzentrale der Rettung und Sanitätsnotrufzentrale beider Basel. Dort werden Anrufe auf die Nummer 118 und 144 entgegengenommen. Einsatzleiter Michel Eigenmann führte die Gruppen persönlich und verstand es ausgezeichnet, die Freiwilligen zum Staunen zu bringen. Es war beeindruckend mitzuerleben, wie viele Einsätze in der ganzen Schweiz an diesem Samstag gleichzeitig zu leisten waren. Das schöne Wetter hatte unzählige Menschen auf die Skipisten gelockt, und einige davon mussten nach einem Unfall per Helikopter in ein Spital geflogen werden.
Die Nummer 144 ist in der Umsetzung der Opferhilfe-Nummer neben der Polizei die zentrale Partnerin in akuten Krisensituationen. Die Freiwilligen konnten sich ein sehr gutes Bild davon machen, wie die Rettung funktioniert. Dieser Einblick trägt viel dazu bei, gewaltbetroffene Personen in solch schwierigen Momenten ohne Verzögerung an eine Blaulichtorganisation weiterzuleiten. Gleichzeitig ist es für die Blaulichtorganisationen gut zu wissen, dass es eine Opferhilfe-Nummer gibt, die viel auffangen kann und bei der der Faktor Mensch eine ganz grosse Rolle spielt.