Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen

Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ist die Opferhilfe beider Basel die Stimme gewaltbetroffener Frauen. Wo wir uns engagieren und was wir konkret tun, im Überblick.

In den ersten neun Monaten 2022 hat die Opferhilfe beider Basel eine deutliche Zunahme von Gewalt an Frauen festgestellt. Bis Ende September wurden 760 Fälle dokumentiert und beraten. Pro Tag entspricht dies im Durschnitt 5 neuen Gewalt-Fällen, bei denen wir mit Opfern, Angehörigen, Vertrauenspersonen oder Fachper-sonen in Kontakt sind. Unsere Beratungstermine sind ausgebucht, alle Teams unterstützen sich gegenseitig, um zusätzliche Termine für Beratungen anzubieten. Das Telefon läuft im wahrsten Sinne des Wortes «heiss».

Die Stimme gewaltbetroffener Frauen
Diese Zahlen verdeutlichen: Prävention und Sensibilisierung müssen gestärkt werden. Der «internationale Tag gegen Gewalt an Frauen*», der jedes Jahr am 25. November stattfindet, leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Er ist Startpunkt der weltweiten Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen*», die bis zum 10. Dezember dauert, dem Tag der Menschenrechte.

Der 25. November mobilisiert zahlreiche Initiativen und Institutionen, auch die Opferhilfe beider Basel. An diesem Tag sind wir die Stimme der gewaltbetroffenen Frauen. Mit unserer Stimme erinnern wir an die Thematik, klären auf, mobilisieren Menschen. Wir rufen alle Politikerinnen und Politiker, alle Verantwortlichen in Gesellschaft, Öffentlichkeit und Arbeit, ja alle Menschen auf, sich in ihrem Wirkungskreis gegen Gewalt an Frauen einzusetzen.

Unser Engagement am 25. November
Die Beraterinnen der Frauenberatung engagieren sich zusammen mit zahlreichen Netzwerkpartner*innen in der Region. Dabei lautet die Botschaft: «Gewalt gegen Frauen ist nicht akzeptabel – Wir unterstützen Betroffene solidarisch». Sie wird auf Velosattel-Schutzkappen, auf Plakaten und im Internet eingesetzt (www.beidebaselgegengewaltanfrauen.ch). Ziel dabei ist, auf einfache, nieder-schwellige Art über Gewalt an Frauen zu informieren und Personen dazu anzuregen, sich auszutauschen.

Im Netzwerk sind neben der Opferhilfe folgende Partner*innen aktiv: Frauenhaus beider Basel, Männerbüro Region Basel, Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt BL, Heilsarmee – Wohnen für Frauen und Kinder, Fachstelle Häusliche Gewalt BS, Präventionsprojekt Quartiercourage, Gleichstellung BS, Gleichstellung BL, Fachstelle für sexuelle Gesundheit BL.

Kinder und Jugendliche sensibilisieren
Die Beraterinnen der Kinder- und Jugendberatung engagieren sich ab dem 25. No-vember im Rahmen des Filmfestivals «frauenstark!». Dieses Festival wird von IAMANEH Schweiz organisiert, einer Basler Entwicklungsorganisation, die sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für sexuelle und reproduktive Gesundheitsrechte von Frauen einsetzt, insbesondere in Westafrika und im Westbalkan. Die Beraterinnen der Opferhilfe werden an moderierten Diskussionen anlässlich von Filmvorführungen mit Schulklassen teilnehmen und die Sicht der Opfer einbringen.

Konzept, Implementierung:
Damian Trötschler